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Ich trinke gerade einen Tee. Einen Tee von Lidl, das liegt nahe, weil Lidl nahe liegt. (5 Minuten zu Fuß.)
Was mir speziell bei den Früchtetees dieser Firmenkette auffällt; die sind übertrieben aromatisiert. So übertrieben, wie ein Weihnachtsbaum bei Macy’s geschmückt ist. Habe gerade eine neue Teesorte probiert: “Blutorange mit Vitamin C”. Mein erster Gedanke nach dem ersten Schluck: “Wie schafft man es einen solch unnatürlichen Geschmack zu generieren?” So offensichtlich künstlich, dass die Bezeichnung “Früchtetee” diesem Produkt sehr schmeichelt; die einzigen Früchte befinden sich auf der Pappverpackung (scheinbar).
Heute ist Donnerstag. Donnerstag wird bei uns die Treppe gewischt. Dann riecht es im Hausflur nach Bonerwachs, natürlich nur solange bis der Nachbarsjunge nachhause kommt. Der Junge ist nicht besonders geschickt, lässt sich regelmäßig beim “Schwarzfahren” erwischen und kommt jeden Donnerstagabend mit Kacke am Schuh nachhause. Bevor er seine Wohnung betritt, kratzt er natürlich die Fäkalien an der Treppe ab. Was nicht schlimm ist, denn er nutzt die Stufen die weiter nach oben führen. Ich muss da nicht lang. Trotz der Kratz-Kacke an den Stufen riecht es im Hausflur eigentlich nie nach Fäkalien, da derselbe Nachbarsjunge stark parfümiert durchs Leben steigt. Wenn er aus dem Haus geht, riecht es noch viele Stunden im Treppenhaus stark nach billigem Parfüm. Zugegeben; nicht so stark wie die Teesorten von Lidl.

Frau Fukking im TV

Frau Fukking im TV

Elvis und seiner zerkaute Möhre
Elvis (Seine Lordschaft) nachdem er eine Möhre “gefressen” hat.

… schön zerlegt und liegen gelassen.

ho! ho! ho!

a) … wohnt

b) … Urlaub macht

c) … morgen eine Rede hält.

Habe auf Anregung des Kaisers (Kaiser Dave) eine neue Kategorie in der rechten Seitenleiste angebracht. Es handelt sich dabei um Comedy, die wir für verschiedene Radiosender produziert haben. Wir starten mit Berufe im Blick.

Ich war gestern mit seiner Lordschaft am See. Selbst am späten Nachmittag hatten wir noch über 20 Grad. Es war windstill. Überall saßen die Leute auf ihren Decken, grillten, lasen oder vergnügten sich anderweitig. Hier und da sprangen ein paar mutige sogar noch mal ins (inzwischen wieder) sehr kalte Wasser. Ich näherte mich einem Pärchen, ca. 25 Jahre alt. Je näher ich kam, desto nackiger wurden die beiden. Als sie alles ausgezogen hatten, gingen sie ins Wasser. Wie die anderen auch. Sie vorneweg, er hinterher, ohne Eile. Um die Richtung genau peilen zu können, hatte er seine Antenne ausgefahren, die er grinsend der gesamten Umgebung präsentierte…

Seine Lordschaft am See. (feat. die eifersüchtige Hündin Mojo)

Seit 14 Tagen erinnerte mich quasi alles an den Tag X. Das Werkzeug im Baumarkt, die Kreissäge im Hinterhof oder auch die Argumentation eines Freundes, der anwaltlich eine Zahnärztin vertritt, die ihrem Geld hinterher rennen muss. („Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist; die Zahnärztin meißelt dem Typen einen Zahn aus dem Kiefer und dafür bekommt sie Geld, fertig.“)

Tag X war gestern, gestern wurden meine Weisheitszähne (unten) entfernt. Manche nennen das Weisheitszähne ziehen, aber die waren sicherlich nicht bei Bewusstsein als es ihnen passierte oder sind von Beruf Zahnarzt. Wenn man bei Bewusstsein bleibt, und das sollte man, wenn man später darüber berichten will, bekommt man eine so genannte „Örtliche Betäubung”. Diese Spritze ist nicht zu vergleichen mit dem Piekser, den man von kleineren Zahnbehandlungen kennt. Die Kanüle ist dick und der Inhalt der Spritze viel. Der Arzt muss die richtigen Stellen im Mund betäuben. Das ist eine Herausforderung. Nicht nur für ihn, sondern auch für den Patienten. Um vor weg zu nehmen; ich hatte zu keiner Zeit Schmerzen. Auch das Spritzen war zu ertragen, auch wenn die Kanüle im Fleisch am Nerv entlang wanderte, um ihn auszuschalten. Nach Betäubung der betreffenden Stellen im Mund, hielten wir noch einen Smalltalk, der Arzt und ich. Und als der meine Fragen bzw. Antworten nicht mehr verstehen konnte („… unk fann gang iff fieder fport dreifen…?“) nahm er sich das größte, schönste Werkzeug vom Tablett. So oder ähnlich muss es gewesen sein, sehen konnte ich’s nicht, ich hatte ein Tuch über den Augen, wegen der OP-Scheinwerfer. Zuerst nahm ich ein Schaben und Kratzen wahr. Die Zähne wurden freigelegt. Scheinbar gibt es für solche Behandlungen verschiedene Größen an Trennschleifern, oder vielleicht war das eine ein Trennschleifer und das andere eine Kreissäge. Jedenfalls ist das eine lauter als das andere. Diese Geräte haben nur den Zweck den Zahn zu teilen, um ihn besser aus dem Kieferknochen brechen zu können. Ich bat anfangs darum, nicht so viel über den Verlauf der Behandlung erfahren zu müssen, aber das vergaß der Arzt manchmal (immer): „Jetzt hören sie gleich so ein Knacken,… so ein Reißen, dann zerbreche ich den Zahn. Ach so, ich soll ja nicht so viel kommentieren. Na ja wir Handwerker…“ Wie schon erwähnt; keine Schmerzen aber die Geräusche, das Knacken und Schleifen will mir nicht mehr aus dem Kopf.

Das Entfernen der Zähne ging relativ schnell, ich schätze 15 bis 20 Minuten, mit Spritzen, Smalltalk und Meißeln. (Gefühlte Zeit 45 Minuten.)

Später hatte ich das Gefühl, als würde sich das gesamte Betäubungsmittel in der Unterlippe sammeln. Was eigentlich nur hinderlich ist, wenn man das Blut loswerden will, das aus den Wunden sickert. Man kann nicht kontrolliert spucken. Man sieht aus wie ein Idiot. Ein Idiot der nicht richtig spucken, essen und sprechen kann.

Was für ein Spaß, als meine Freunde nacheinander anriefen, weil sie mal hören wollten wie das klingt.

Ihr Phweillne!

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nehmen wir den stets misslaunigen Familienvater von ganz oben, der mich schon mal darauf hinweist, ich solle die Haustüre schließen, sonst kämen die Ratten ins Haus. Oder seine Frau, die tausend Tode stirbt, wenn ich mit meinem Hund an ihr vorbeigehe, Hundephobie.

Oder der pubertäre Nachbarsjunge von nebenan; wenn seine Freunde ihn von zuhause abholen, und das tun die täglich, warten die schon mal ein bis zwei Stunden im Treppenhaus auf ihn. Rauchen, saufen, zündeln, zerkratzen Wände oder pickern mit Nadeln kleine Hakenkreuze in die Infozettel der Hausverwaltung. Manchmal klingelt auch das Jugendamt bei mir und fragt nach dem Jungen. Oder die Polizei bringt ihn nachhause – sicherlich, weil er sich verlaufen hatte, wieder einmal.

Im Erdgeschoss rechts ist seit Monaten alles ruhig. Dort wohnt eine ältere Dame, die von zwei lesbischen Nutten ausgenutzt wurde (meine eigene Theorie). Eine ca. 60jährige, die auf 25 machte und eine ca. 18jährige, die wie ihre ältere Freundin aussah. Die jüngere, also die die nur alt aussah, lag dann auch gern mal in unserem Treppenhaus, vollgedröhnt mit Drogen, die hier nicht wachsen. Wie gesagt (geschrieben) seit Monaten ist alles ruhig.

Obwohl „ruhig“ nur bedingt stimmt, über mir wohnt ein Riese, der gern Holzschuhe trägt, 120kg laufen jeden Abend unruhig hin und her wie ein Raubtier im Käfig. Und wenn der Riese seine 6jährige Tochter zu Besuch hat, klingt das so, als würde jemand mit der Abrissbirne die obere Etage sanieren.

Neulich Nacht sehe ich ein Wesen passend zur überlauten Musik, die sich vor ein paar Wochen in den Hinterhof ergoss. Die schönsten Schlager der letzten 20 Jahre, vorgetragen von einer talentlosen Zehnjährigen, Pädophilenmusik. Im sonst so angenehmen Hinterhof roch es noch Tage später nach diesem Vorfall. Der Schänderbalkon gehört zum Nachbareingang. Neulich Nacht also (ich kam vom Saufen aus der Stadt), sah ich diese Kreatur; klein, feist, weibisch, weiße dünne Beine, schmieriges – ungeschnittenes Haar. Es lief wie eine Spinne der zwei Beine auf einer Seite herausgerissen worden waren. Einerseits versuchte es schnell zu gehen, war aber offensichtlich, durch körperliches Gebrechen, nicht in der Lage dazu. Vielleicht wurde die Kreatur ja selbst von tausen imaginären Spinnen verfolgt. Es verschwand im gleißenden Licht der Tankstelle, die sich nur 100m von unserem Haus befindet.

Kommt mich doch mal besuchen, dann können die Kinder unten im Hof spielen und wir setzen uns auf den Balkon und schauen zu, wie die beiden 18jährigen Hühner von schräg gegenüber halb nackt neue Fotos für ihren MySpace-Account machen, und wenn wir Glück haben, regnet es auch.

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