Andere Länder, andere Titten

Neulich war ich zur Hochzeitsfeier einer Bekannten eingeladen. Die Mutter der Braut, die extra aus Südfrankreich angereist war, saß den ganzen Abend mit versteinerter Miene herum. Aber nicht etwa, weil sie die Party stinklangweilig fand, sondern weil sie ihr Botoxgesicht nicht bewegen konnte. Dafür war aber ihre Haut sehr schön glatt - also: straff.

Machen wir uns nichts vor, Schönheitschirurgie boomt, z.B. in Kolumbien, wo ich mich kürzlich vom Ausmaß überzeugen konnte. Für unglaublich günstige 1.000 Dollar kann man (also frau) sich nämlich in der kolumbianischen Stadt Cali die Brüste operieren lassen. Und Brüste operieren lassen heißt in Kolumbien vergrößern lassen. Es ist zu beobachten, dass quasi jede zweite kolumbianische Frau über künstliche Brüste verfügt. Woran man das erkennt? Naja, erstens stimmen die Dimensionen der Brüste nicht mit den eigentlichen Körperproportionen überein, und zweitens fällt bei vielen dieser Damen auf, dass eine krasse Diskrepanz zwischen ihren drallen, der Erdanziehung trotzenden Brüsten und ihrem flachen, schlappen Hängehintern besteht (Alkoholikerarsch, wie meine Freundin dazu sagt). Im Bikini ist das besonders auffällig.  Schon Teenager scheinen zum 16. Geburtstag das erste “Tittentuning” von Papa geschenkt zu bekommen. Nach der OP fahren sie dann mit ihren Eltern und ihren Implantaten in den Strandurlaub.

Der Hintergrund dieses Brustvergrößerungswahns soll folgender sein: die Bevölkerung setzt sich in Kolumbien aus 60 Prozent Frauen und eben nur 40 Prozent Männern zusammen. Deshalb heißt es dort auch bei den Frauen am Strand: Brust raus, Bauch rein!

Auch der Bekleidungshandel hat sich auf spektakuläre Oberweiten eingestellt und legt mit den unten abgebildeten Schaufensterpuppen die Messlatte für Operationswillige noch ein Stückchen höher.

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