Im Annas stehen vier Töpfe Reis rum, weil Weihnachten ist. Auch umarmen sich im Schwimmbad alle, die aus dem Wasser kommen, dann springen sie wieder rein, schwimmen ein paar Züge bis zur Treppe und steigen empor – nass haben sie alle eine dunkle Haarfarbe, auch der Polizist von neulich. Sie umarmen sich wieder – keiner klopft sich. Im Umkleideraum holt der Beamte plötzlich mehrere Parkplätze aus seinem Rucksack und verschenkt sie an Männer mit dunklen Augenbrauen und schwarzen Hornbrillen. Die zerstörten Frauen mit ihren bis auf den Boden hängenden Einkaufsnetzen springen über die Stadtgrenze und lösen ihre Speckgürtel, endlich bekommen ihre Gesichter weiche Züge. Allerdings tragen die Männer noch immer lila Anzüge. Gott hat sie ihnen geschenkt, sie sollen Frieden auf Erden bringen. Über die nächsten Jahre hinweg wird das ihre Mission sein. Männer auf der ganzen Welt sollen lila Anzüge tragen – Juden, Muslime, Christen, Hindus, Buddhisten – nur Schwarze bekommen weiße Garderobe. Der Mann unter der Brücke am Schleußiger Weg hat letzte Woche einen grauen Porsche geschenkt bekommen. Das schöne Auto stand einfach auf der Strasse, als er im Morgengrauen hochschaute. „Für Dich!“, hatte er später gelesen. Keine Frage, er freute sich. Von da ab schlief er im Porsche unter der Brücke. Das hörten alle Leipziger. Sie stellten sich Fragen. Einer nach dem anderen verließ seine Wohnung und zog mit dem notwendigsten ins Freie. Manchmal mussten zwanzig Leute unter einem Brückenbogen schlafen, weil es zu wenig Flüsse gab. In die leeren Wohnungen zogen die Ratten. Sie erholten sich und wurden dick und gesund. Menschen aus ganz Deutschland schauten in den Adventstagen auf diese Stadt, über der ein heller Stern leuchtete. Frohe Weihnachten auch Ihnen – Herr Biller!