Ein Strafprozess wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ist zunächst keine komische Angelegenheit. Nun verhält sich das Leben selbst nicht immer politisch korrekt, so dass ich hier einmal einige Fakten auflisten möchte, die man, im Zusammenhang betrachtet, für lustig, garantiert aber für merkwürdig halten kann. Oder eben nicht. Das überlasse ich Jedem selbst:

1. Fakt: Die Verteidigungsstrategie

Der 76jährige Angeklagte verteidigte sich gegen die Vorwürfe der insgesamt fünf Belastungszeugen, die heute inzwischen alle erwachsen sind, damit, er sei zu den Taten schon physiologisch und anatomisch nicht in der Lage, weil er einerseits unter Impotenz leide und andererseits sein Geschlechtsteil extrem winzig sei. Über das Geschlechtsteil wurden im Laufe des langjährigen Strafverfahrens mehrere Fachgutachten erstellt, Fotos vom Penis des Angeklagten wurden herumgereicht und mehrmals beantragte der Angeklagte, im Gerichtssaal seine Hosen herunterlassen zu dürfen, so dass „es“ alle sähen. Wenigstens das letztere blieb den Prozessbeteiligten erspart. Wie gesagt, die Taten lagen teilweise schon 20 Jahre zurück. Die Anwältin eines der geschädigten Kinder fragte den Sachverständigen in der Zeugenvernehmung, ob es Möglichkeiten oder Methoden gäbe, die eine Verkleinerung des Penis zur Folge hätten. Darauf antwortete der Arzt, dass lediglich ein chirurgischer Eingriff denkbar sei, der aber Spuren hinterließe, die beim Angeklagten nicht vorlägen.

Von da ab warf der Angeklagte der Anwältin vor, sie habe behauptet, er hätte sich den Penis abgeschnitten. Doch das hatte sie ja gar nicht gesagt.

2. Fakt: Die Zeitungsmeldung

Nach eineinhalb Jahren Strafprozess und 40 Verhandlungstagen kam das Gericht zu der Auffassung, dass der Angeklagte schuldig ist und hat ihn verurteilt. Am nächsten Tag wurde darüber knapp in der Boulevard-Presse berichtet. Blätterte man jedoch die Zeitung bis zur vorletzten Seite durch, so stieß man auf folgende Schlagzeile: „13 Zauberer verhaftet, weil sie Penisse weghexten“. Weiter heißt es in dem Artikel der BZ: „Wie der Polizeichef von Kinshasa berichtet, leiden die Opfer unter verkleinerten oder verschwundenen Penissen, nachdem sie von den Hexenmeistern berührt wurden.“

3. Fakt: Die geschäftstüchtige Hexe

Im Prozess trat eine Zeugin auf (die frühere Ehefrau eines der Belastungszeugen), die die Vermittlung von Wahrsagerinnen, Kartenlegerinnen und Hexen gewerblich betreibt. In Werbeanzeigen (Astrowoche) bezeichnete sie sich auch als „Hexe Anja“, was, wie sie vorgab, nur eine werbewirksame Bezeichnung sein sollte. Natürlich sei sie keine richtige Hexe. (Darauf die Verteidigung: „Die Zeugin ist nicht glaubwürdig. Erst sagt sie, dass sie eine Hexe ist und dann ist sie gar keine!“ – diese Äußerung sorgte übrigens für allgemeine Heiterkeit im Gerichtssaal.)

Fazit:

Verschwörungstheoretiker und Eins-und-Eins-Zusammenzähler! Ihr seid hier gefragt!

Was hat das mit Boxern zu tun? Die Antwort findet man hier.

Aufschlussreiches zur Penishexerei: hier und hier

Kommentieren