Wem diese Frage aus dem Freundes- und Bekanntenkreis gestellt wird, bei dem sollten die Alarmglocken läuten. Warum ich immer zuerst denke, ich werde gleich zu einer Party eingeladen, weiß ich nicht. In 95 Prozent der Fälle ist die Beantwortung der Frage mit: „bis jetzt noch nichts“ die Opferung eines freien Tages. Ein schöner Tag, an dem ich mal hätte ausschlafen, ausgiebig shoppen gehen, einen Landpartie machen oder auch nur die eigene Wohnung aufräumen können. Stattdessen binde ich mir meist einen undankbaren Tag als Umzugshelfer ans Bein, nachdem ich völlig erschöpft, voller Kratzer und blauer Flecke auch noch den Sonntag verdämmere. Zurück bleiben meist nur drei Tage Muskelkater und ein Dreiangel im Pullover. Dafür spart sich der Kumpel ein teures Umzugsunternehmen. Irrigerweise unterliege ich dem Glauben, ich hätte jetzt was bei ihm gut. Jaahahaha, da wird einem vielleicht der alte Wäscheständer angeboten, bevor er in den Müll wandert. Wenn ich jeden Wäscheständer von jedem Umzug mitgenommen hätte, bei dem ich geholfen habe, hätte ich sicher schon 18 Stück. Wenn das reicht.
Mir ist das ehrlich gesagt auch zu blöd, drei Tage vor der Umzugsaktion noch eine Ausrede nachzuschieben. „Du, ich kann am Samstag doch nicht, da muss ich leider auf das Kind meiner Schwester aufpassen, weil die einer Freundin beim Umzug hilft“. Da wird jede Begründung schnell als bloße Ausrede gewertet – und ist sie noch so absurd.
Ich bin da auch viel zu gutmütig. Es hat sich wahrscheinlich herum gesprochen, dass ich unter allen Umständen als Umzugshelfer einspringe. Vergangenes Wochenende war es mal wieder soweit. Jemand ist von Berlin nach Potsdam umgezogen. Da ich seit kurzem kein Auto mehr habe, bin ich mit der U-Bahn angereist (2,10 Euro pro Fahrt). Außerdem hat der mir zugemutet, nach dem Umzug mit der S-Bahn nach Hause zu fahren. Als sich jedoch nach dem Ausräumen der Wohnung herausstellte, dass im viel zu knapp bemessenen Umzugsauto nicht genügend Platz für die 3 Umzugshelfer war und ich mit der S-Bahn auch noch nach Potsdam fahren sollte (bzw. einer der anderen), hab ich mich dann doch abgeseilt. Ich bin mir sicher, wenn ich gesagt hätte, dass mir das Geld für die Fahrkarte fehlt, hätte mir der Bekannte vorgeschlagen, zu trampen oder das Fahrgeld als Straßenclown aufzutreiben. Naja, ich war dann ziemlich erleichtert, als ich vorzeitig die Heimreise antreten konnte und bereits 13.00 Uhr mit meinem neuen Wäscheständer wieder in der U-Bahn saß.