Wenn man bei Google eingeben will: „wie werde ich steuerberater“ kommt man bei Eingabe des „s“ für Steuerberater eine automatisch vervollständigte Liste der wahrscheinlichsten Suchanfragen: wie werde ich…
1. „…schwanger“
2. „…schnell schwanger“
3. „…selbstbewusster“
4. „…schön“
5. „…schneller“
6. „…Schauspieler“
7. „…schöner“
8. „…Steuerberater“ (aha!)
9. „…schlank“
10. „…schnell krank“ (oje)
Gerade Platz 10 schlägt etwas aus der Art.
Gehen wir doch mal einen Schritt weiter und geben hinter dem „s“ ein „t“ ein:
wie werde ich…
1. „…Steuerberater“
2. „…sterben“ (also ich will das lieber nicht wissen)
3. „…stark“
4. „…stärker“
5. „…Stewardess“
6. „…Streetworker“
7. „…Stuntman“
8. „…Staatsanwalt“
9. „…Sternekoch“
10. „…star“
Jetzt war ich gespannt, was für Vorschläge kommen, wenn man nur eingibt „wie werde ich“. Es erscheint:
1. …reich (war ja klar)
2. …schwanger (da isses wieder)
3. …millionär (siehe oben)
4. …magersüchtig (?)
5. …schnell schwanger
6. …ihn los in 10 Tagen
7. …krank
8. …ihn los
9. …dj
10. …pilot
Okay, repräsentativ ist wohl am ehesten die letzte Liste, weil die Wünsche oder Sorgen nicht auf einen gemeinsamen Anfangsbuchstaben beschränkt sind. Verblüfft war ich dann doch, als ich zur Kontrolle eingab: „wie werde ich a“. An erster Stelle – na klar – „Arzt“. An zweiter und 5.Stelle aber ein Vorschlag von Google, mit dem ich eigentlich unter „a“ nicht gerechnet hätte. Probiert’s aus und ihr wisst, was die Leute wirklich interessiert!
Wer wie ich zu den 60% der Leute gehört, die sich immer an der falschen Supermarktkasse anstellen, der hat sicher auch schon so manchen Kunden-Typus auf der Pfanne. Ich meine natürlich in erster Linie den typischen Kunden, der den Bezahlvorgang an der Kasse verzögert. Zum Beispiel durch ungeschicktes Herumfummeln und –zappeln, das schließlich dazu führt, dass im ganzen Laden die Leute herumkriechen und die heruntergepolterten Kleingeldstücke aufsammeln. Alte Damen und ADS-Kinder stellen einen bedeutenden Anteil dieser Art Supermarktkunden. Dann gibt es die Ignoranten, denen es Wurscht ist, dass sie den Verkehr aufhalten. Das ist die Mehrzahl der Kunden. Dazu gehören Menschen, die eine Viertelstunde in der Kassenschlange stehen, aber erst nachdem der Kaufpreis auf dem Kassendisplay aufblinkt, anfangen umständlich nach ihrem Portemonnaie zu suchen. Dazu gehören auch Leute, die zu faul sind sich Kleinstbeträge aus ihrem Bargeldbestand für den Kauf einer Packung Kaffeefiltertüten zurechtzulegen und stattdessen mit Geldkarte zahlen. Selbstverständlich (Murphys Gesetz!) gibt es dann technische Probleme beim Einlesen der Karte oder der Datenübermittlung, so dass die in der Kassenschlange Wartenden hörbar erschöpft und entmutigt in sich zusammensinken, weil gerade ihre Feierabendplanung den Bach runter geht.
Letzte Woche ist mir eine neue Art der Kundenbremse begegnet. Ich nenne ihn den Über-Kreuz-Störer. Genauer gesagt war dieses Exemplar außerdem einer vom Typus kann-ich-mal-vor-ich-hab-nur-das-hier. Nachdem dieser Mensch es gerade geschafft hatte in einem günstigen Moment vor mich zu schlüpfen (so wie Mister Bean es tun würde), fragte er auch schon die Dame, die vor ihm stand, ob sie ihn vorließe, weil er doch nur „das hier“ habe. Seinem verwüsteten Alkoholikergesicht, den fehlenden Frontzähnen und nicht zuletzt der ihn umgebenden Branntwein-Wolke zufolge gehörte er zur Supermarkt-Trinkerklicke, die man ganztags an den Parkbänken vor dem Discounter herumlungern sehen kann, wo sie geistigen Getränken kräftig zusprechen.
Wieso hatte der es so eilig? Naja. Nun stand ich also als letzter in der Kassenschlange, was in diesem Discounter bei vier Leuten mit überschaubaren Einkäufen bedeutete, dass man schon mal zehn bis zwölf Minuten seines Lebens abhaken kann, bevor es weiter geht. Da geschah das Unfassbare. Die Nachbarkasse wurde geöffnet und ich stand als Einziger frei, also nicht eingekeilt zwischen den schon im August aufgestellten Weihnachtsfressalienpaletten. Vor mir kam Bewegung in die Schlange. Der Alki versuchte sich panisch wie eine in die Enge getriebene Katze an die Nachbarkasse zu zwängen, kam aber eben nicht raus aus der Schlange, weil ihm nun der Einkaufswagen der netten Dame, die ihn vorgelassen hatte, den Weg versperrte. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen und sah mich noch um, ob nicht doch hinter mir fünf Leute an die Nachbarkasse stürmten und ich etwa von ihnen zertrampelt werden würde. Nichts. Also schritt ich unbehelligt nach nebenan und legte meine vier Flaschen Bier auf das Förderband. Der Alki hatte noch immer nicht aufgegeben und versuchte nun per Vorbestellung von der Nachbarkasse aus die Position vor mir zu ergattern! Er habe doch aber nur „das hier“. Dann fiel sein Blick auf meinen Einkauf und er wies den Kassierer an, mich ruhig zu bedienen, denn ich hätte ja „viermal das Gleiche“. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie der Mann hinter der Kasse eine der Flaschen nahm, sie einscannte und viermal „Berliner Pilsener“ einbuchte. Ich hatte aber nicht vier gleiche Bier, sondern auch zwei Flaschen Böhmisches Lagerbier, was meine Freundin lieber trinkt. Was soll ich sagen. Es dauerte geschlagene zehn Minuten, bevor der Kassierer die Falscheingaben storniert hatte, was auch erst funktionierte, als eine Mitarbeiterin herangeholt werden konnte, die mit ihrem Sicherheitsschlüssel den Vorgang autorisierte. Dann hat mir der nette Kassierer auch noch den Kassenbon vorgelegt und mit Kugelschreiber den Ablauf des Stornierungsvorgangs schrittweise skizziert und erläutert. Inzwischen hatte sich hinter mir eine lange Schlange gebildet. Ein Blick in die enttäuschten Gesichter ließ mich erkennen, dass sie mich nun für die Kundenbremse hielten. Als ich den Laden verließ, war es bereits dunkel. Von der Trinkerklicke auf dem Vorplatz keine Spur. Jetzt ergab alles einen Sinn: Na klar, der Alki wollte pünktlich in den Feierabend.

Philosophie hat so phiele Seiten. Ich sitze in einem Seminar, in dem es um Religionsphilosophie geht – was ist Glaube? Was ist Wissen? Holbach, Kant, Fichte, Hegel – die ganze Palette. Um Hegel besser zu verstehen, sollte man Kant kennen, also was ist seine Auffassung von Wissen. Und wie passt da noch Glauben ins Konzept? Nun…, steht alles an der Tafel.
Mehr als 2 Stunden Langeweile und Hass auf den Filmkritiker, der dieses Machwerk als genial bewertet hat. Dieser “Film” erinnert mich an “Hurz” von H.P.Kerkeling, also an einen Scherz, wo kompletter Schwachsinn verzapft wird, um Leuten den Spiegel vorzuhalten, was sie doch für Idioten sind, dass sie sich diesen Müll ernsthaft anschauen (und gut finden).
Ich gehe wirklich gern ins Kino (auch ins Off-Kino) und habe unter den tausenden Filmen schon so manchen Schrott gesehen, aber “Stellet Licht” war mit Abstand der miserabelste Mist aller Zeiten. Vollkommen banal und bemüht, mittels endlos langsamer Kamerazooms ins unerträglich langatmige, kaum aushaltbare künstlich gezogen, ohne dabei auch nur den minimalsten Anforderungen an Kunst gerecht zu werden. Farblose Protagonisten, mit Laiendarstellern besetzt, deren Schicksal einem scheißegal ist; diashowhafte Einstellungen auf Hauseingänge oder Gebäude oder einfach unscharf auf ein Gebüsch! Minutenlang!!!. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, sich zu beschweren. Man ist in diesem Film um Jahre gealtert. Ich bin nur im Kino geblieben, weil meine Freundin den Film unbedingt sehen wollte, wie sich herausstellte aber auch nach 10 Minuten bereit gewesen wäre, das Kino zu verlassen. Ich habe wirklich nicht genug Geld und Lebenszeit, um es lustig zu finden, von zitty-”Filmkritikern” in solchen Seich gelockt zu werden. Das ist die erste Film-Beschwerde, die ich je geschrieben habe, woran man sieht, wie wütend ich darüber bin, meine Zeit mit solchem authistischen Scheißdreck verplempert zu haben. Danke zitty!
PS: gerade weil der “Film” sowohl auf Handlung, als auch auf Musik verzichtet, kann man dabei sehr gut ein Nickerchen machen. Nur: zu Hause wäre es billiger und gemütlicher gewesen…
Ach ja: und als dann endlich, endlich der Abspann totenstill vor schwarzem Hintergrund herunterscrollte, hat doch der hundsgemeine Filmvorführer das Licht nicht wieder eingeschaltet, so dass man sich durch die Dunkelheit des Kinosaals nach draußen tasten musste, um endlich wieder Luft zu kriegen.

Die Palme
Mein Freund Hank wählt Zimmerpflanzen immer danach aus, wie oft bzw. ob man einen Strunk gießen muss. Diese Informationen findet man stets auf kleinen Plastikkärtchen die in Blumentöpfen stecken.
Bewunderdernd muss ich feststellen; Hanks Pflanzen sehen schon seit Jahren völlig unverändert aus, in Größe aber auch in Farbe. Wobei man natürlich nicht sagen kann, ob die Dinger vorher schon tot waren oder erst irgendwann durch Hanks “Pflege” verendet sind. Seine Freundin findet diese blass grün-braunen Gewächse jedenfalls nur schön, wenn regelmäßig neue Blüten angeklebt werden dürfen, was Hank egal ist, solange er das Zeuch nicht gießen muss.
Hat sich schon mal jemand den Spaß gemacht, bei Dehner oder Ikea diese Pflegeanleitungen zu vertauschen? Wahrscheinlich. Ich vermute; selbst Profis, denen man bedenkenlos drei Meter hohe Topfpalmen anvertraut, halten sich strickt an das – was da drauf steht. Und wenn da steht…
“Liebt im Winter Dunkelheit und Nässe.”
… dann ist das so.
Neulich war ich zur Hochzeitsfeier einer Bekannten eingeladen. Die Mutter der Braut, die extra aus Südfrankreich angereist war, saß den ganzen Abend mit versteinerter Miene herum. Aber nicht etwa, weil sie die Party stinklangweilig fand, sondern weil sie ihr Botoxgesicht nicht bewegen konnte. Dafür war aber ihre Haut sehr schön glatt – also: straff.
Machen wir uns nichts vor, Schönheitschirurgie boomt, z.B. in Kolumbien, wo ich mich kürzlich vom Ausmaß überzeugen konnte. Für unglaublich günstige 1.000 Dollar kann man (also frau) sich nämlich in der kolumbianischen Stadt Cali die Brüste operieren lassen. Und Brüste operieren lassen heißt in Kolumbien vergrößern lassen. Es ist zu beobachten, dass quasi jede zweite kolumbianische Frau über künstliche Brüste verfügt. Woran man das erkennt? Naja, erstens stimmen die Dimensionen der Brüste nicht mit den eigentlichen Körperproportionen überein, und zweitens fällt bei vielen dieser Damen auf, dass eine krasse Diskrepanz zwischen ihren drallen, der Erdanziehung trotzenden Brüsten und ihrem flachen, schlappen Hängehintern besteht (Alkoholikerarsch, wie meine Freundin dazu sagt). Im Bikini ist das besonders auffällig. Schon Teenager scheinen zum 16. Geburtstag das erste “Tittentuning” von Papa geschenkt zu bekommen. Nach der OP fahren sie dann mit ihren Eltern und ihren Implantaten in den Strandurlaub.
Der Hintergrund dieses Brustvergrößerungswahns soll folgender sein: die Bevölkerung setzt sich in Kolumbien aus 60 Prozent Frauen und eben nur 40 Prozent Männern zusammen. Deshalb heißt es dort auch bei den Frauen am Strand: Brust raus, Bauch rein!
Auch der Bekleidungshandel hat sich auf spektakuläre Oberweiten eingestellt und legt mit den unten abgebildeten Schaufensterpuppen die Messlatte für Operationswillige noch ein Stückchen höher.
Im Annas stehen vier Töpfe Reis rum, weil Weihnachten ist. Auch umarmen sich im Schwimmbad alle, die aus dem Wasser kommen, dann springen sie wieder rein, schwimmen ein paar Züge bis zur Treppe und steigen empor – nass haben sie alle eine dunkle Haarfarbe, auch der Polizist von neulich. Sie umarmen sich wieder – keiner klopft sich. Im Umkleideraum holt der Beamte plötzlich mehrere Parkplätze aus seinem Rucksack und verschenkt sie an Männer mit dunklen Augenbrauen und schwarzen Hornbrillen. Die zerstörten Frauen mit ihren bis auf den Boden hängenden Einkaufsnetzen springen über die Stadtgrenze und lösen ihre Speckgürtel, endlich bekommen ihre Gesichter weiche Züge. Allerdings tragen die Männer noch immer lila Anzüge. Gott hat sie ihnen geschenkt, sie sollen Frieden auf Erden bringen. Über die nächsten Jahre hinweg wird das ihre Mission sein. Männer auf der ganzen Welt sollen lila Anzüge tragen – Juden, Muslime, Christen, Hindus, Buddhisten – nur Schwarze bekommen weiße Garderobe. Der Mann unter der Brücke am Schleußiger Weg hat letzte Woche einen grauen Porsche geschenkt bekommen. Das schöne Auto stand einfach auf der Strasse, als er im Morgengrauen hochschaute. „Für Dich!“, hatte er später gelesen. Keine Frage, er freute sich. Von da ab schlief er im Porsche unter der Brücke. Das hörten alle Leipziger. Sie stellten sich Fragen. Einer nach dem anderen verließ seine Wohnung und zog mit dem notwendigsten ins Freie. Manchmal mussten zwanzig Leute unter einem Brückenbogen schlafen, weil es zu wenig Flüsse gab. In die leeren Wohnungen zogen die Ratten. Sie erholten sich und wurden dick und gesund. Menschen aus ganz Deutschland schauten in den Adventstagen auf diese Stadt, über der ein heller Stern leuchtete. Frohe Weihnachten auch Ihnen – Herr Biller!
… werfen ihre Schatten voraus.
Der Countdown läuft auf www.bomas-the-movie.de.
Ich trinke gerade einen Tee. Einen Tee von Lidl, das liegt nahe, weil Lidl nahe liegt. (5 Minuten zu Fuß.)
Was mir speziell bei den Früchtetees dieser Firmenkette auffällt; die sind übertrieben aromatisiert. So übertrieben, wie ein Weihnachtsbaum bei Macy’s geschmückt ist. Habe gerade eine neue Teesorte probiert: “Blutorange mit Vitamin C”. Mein erster Gedanke nach dem ersten Schluck: “Wie schafft man es einen solch unnatürlichen Geschmack zu generieren?” So offensichtlich künstlich, dass die Bezeichnung “Früchtetee” diesem Produkt sehr schmeichelt; die einzigen Früchte befinden sich auf der Pappverpackung (scheinbar).
Heute ist Donnerstag. Donnerstag wird bei uns die Treppe gewischt. Dann riecht es im Hausflur nach Bonerwachs, natürlich nur solange bis der Nachbarsjunge nachhause kommt. Der Junge ist nicht besonders geschickt, lässt sich regelmäßig beim “Schwarzfahren” erwischen und kommt jeden Donnerstagabend mit Kacke am Schuh nachhause. Bevor er seine Wohnung betritt, kratzt er natürlich die Fäkalien an der Treppe ab. Was nicht schlimm ist, denn er nutzt die Stufen die weiter nach oben führen. Ich muss da nicht lang. Trotz der Kratz-Kacke an den Stufen riecht es im Hausflur eigentlich nie nach Fäkalien, da derselbe Nachbarsjunge stark parfümiert durchs Leben steigt. Wenn er aus dem Haus geht, riecht es noch viele Stunden im Treppenhaus stark nach billigem Parfüm. Zugegeben; nicht so stark wie die Teesorten von Lidl.
Bei zehn Grad im Sommer, kalten füßen, klammen Fingern und verhangenem Himmel kann ich nicht mehr lachen. ich summe mit, ich hebe automatisch die Arme, meine Knie wippen, die Lippen bewegen sich. Ich springe vom Stuhl auf, reiße die Arme hoch, klatsche in die Hände und wische mir eine Träne aus den Augen. “Jede Zelle meines Körpers ist glücklich, jede Zelle meines Körpers ist …” Ich singe es so laut, dass vom Nachbarbalkon die letzte Tomate angeflogen kommt. Im Hof stehen Alle aus meinem Haus und starren nach oben. Na was denn? Das wurde auch in Wacken gesungen, schreie ich nach unten. “Wacken, was?”, die nach oben. Ich muss lachen.
.
.










